Love me in Autumn – Laurie Gilmore
Zurück in Dream Harbor – dieser kleine Ort, der sich anfühlt wie eine Tasse heiße Schokolade an einem verregneten Sonntag. Nach Meet Me in Autumn wollte ich unbedingt wieder dorthin zurückkehren, zu all den vertrauten Gesichtern, dem leichten Humor und diesem charmanten Kleinstadtgefühl. Und ja, Laurie Gilmore hat es wieder geschafft, mich mit ihrem Wohlfühlstil einzulullen – aber diesmal blieb der Funke ein bisschen kleiner als gehofft.
Die Idee, dass Hazel in einem alten Buch eine geheime Nachricht findet und sich gemeinsam mit Fischer Noah auf Spurensuche begibt, hat mich sofort gepackt. Bücher, Geheimnisse, ein Hauch Abenteuer – das klang nach genau meinem Ding! Und der Anfang hat mich auch wirklich begeistert: cozy Setting, süße Dialoge, und diese unterschwellige Chemie zwischen Hazel und Noah. Aber dann… hat sich die Geschichte ein wenig verloren.
Hazel mochte ich schon aus dem ersten Band – ihre Liebe zu Büchern, ihre ruhige Art, ihr Herz am richtigen Fleck. Hier wirkt sie allerdings oft, als würde sie auf der Stelle treten. Ich hätte mir mehr Entwicklung, mehr Mut von ihr gewünscht. Und Noah? Sympathisch, charmant, klar – aber von dem angekündigten „Draufgänger“ war nicht viel zu sehen. Stattdessen viel Emotionalität, viel Verletzlichkeit – schön, aber ein bisschen zu brav für meinen Geschmack.
Was mich am meisten irritiert hat, war tatsächlich das fehlende Herbstgefühl. Mit dem Titel Love Me in Autumn und diesem cozy Cover hatte ich Kürbisfelder, fallende Blätter und Pumpkin Spice im Kopf – stattdessen bekam ich… Spätsommer. Warm, nett, aber kein Herbst.
Trotzdem: Der Schreibstil ist wieder wunderbar leicht, charmant und flüssig. Laurie Gilmore hat dieses Gespür für kleine Momente – Blicke, Gespräche, Stille. Es ist kein Buch, das man analysieren muss, sondern eines, das man einfach liest, wenn man kurz den Kopf ausschalten will.
Fazit:
Love Me in Autumn ist eine süße, humorvolle Lovestory mit Herz, aber weniger Biss. Wer Cozy Romance liebt und Dream Harbor einfach nicht loslassen kann, wird sich trotzdem wohlfühlen. Ich habe es gern gelesen – nur leider ohne das knisternde Herbstgefühl, das ich mir so sehr erhofft hatte.
