The Unwanted Marriage – Catharina Maura

Ich habe die bisherigen Teile der Reihe sehr gern gelesen, weshalb ich mit einer gewissen Vorfreude – vielleicht sogar zu hohen Erwartungen – an The Unwanted Marriage herangegangen bin. Catharina Maura schreibt erneut mit dieser mühelosen Eleganz, die mich jedes Mal sofort in ihre Welten hineinzieht. Man gleitet durch die Seiten, ohne es zu merken, und genau das macht ihren Stil so besonders.

Dieser Band jedoch hat mich auf eine eher ungewohnte Art begleitet: Ich war emotional involviert, aber nicht immer so, wie ich es mir gewünscht hätte.

Faye Matthews war für mich die stille Stärke des Romans. Ihre unfreiwillig vorbestimmte Zukunft, die Last einer seit Kindertagen festgelegten Verlobung – all das hat mich auf einer tiefen, fast persönlichen Ebene berührt. Ich habe mit ihr gelitten, mich mit ihr zusammengerollt gefühlt, wenn der Druck zu groß wurde, und mich mit ihr aufgerichtet, wenn sie endlich begann, ihre Grenzen zu erkennen und auszuweiten. Ihre Entwicklung war nicht laut, nicht dramatisch, sondern fein und glaubwürdig. Genau deshalb hat sie mich so erreicht.

Dion Windsor hingegen… er hat mich nachdenklich zurückgelassen. Ich wollte ihn verstehen. Ich wollte den Moment, in dem seine Fassade bröckelt und man erkennt, was dahinterliegt. Aber dieses Bröckeln kam für mich zu spät und zu leise. Vieles an ihm wirkte berechnet, kontrolliert – nicht geheimnisvoll, sondern distanziert.
Das Zusammenspiel der beiden hatte durchaus Spannung, aber das berühmte „Knistern“, das ich aus den vorherigen Bänden so kannte, blieb diesmal ein Funke, der nicht ganz zum Feuer werden wollte.

Und doch – trotz meiner Kritik – hat mich das Buch nicht losgelassen. Es hat mich beschäftigt. Es hat Fragen aufgeworfen. Es hat mich zwischendurch sogar wütend gemacht, und genau das spricht für Maura: Sie schreibt Figuren, die etwas auslösen.

Mein Fazit: Für mich der schwächste Band der Reihe – aber keineswegs ein schwaches Buch. Faye trägt diese Geschichte mit einer emotionalen Klarheit, die im Gedächtnis bleibt. Dion bleibt hinter seinem Potenzial zurück, doch die Grundspannung, der elegante Schreibstil und die intensiven Momente sorgen dafür, dass man weiterlesen muss.

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