Holiday Ever After – Hannah Grace
„Holiday Ever After“ hat mich auf eine Art überrascht, mit der ich gar nicht gerechnet hatte. Hannah Grace nimmt eine scheinbar klassische Winterromance – PR-Chaos, Kleinstadt, Grumpy-Meets-Sunshine – und verleiht ihr eine Leichtigkeit, die einen schneller in Fraser Falls ankommen lässt, als man Holiday Ever After sagen kann. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich beim Lesen unwillkürlich langsamer wurde, einfach weil ich dieses verschneite, fast schon heimlich einnehmende Städtchen nicht zu schnell verlassen wollte.
Clara Davenport war für mich sofort mehr als nur die typische Karrierefrau in Schieflage. Sie wirkt ehrgeizig, klug, manchmal herrlich stur – aber mit einer Wärme, die zwischen den Zeilen aufflackert, selbst wenn sie versucht, professionell zu bleiben. Und Jack? Ein Paradebeispiel dafür, wie ein mürrischer Problemlöser trotzdem das Herz eines ganzen Romans stehlen kann. Sein Grummeln ist eigentlich ein Schutzwall, sein Humor kommt trocken durch die Hintertür, und sein weicher Kern schimmert in genau den richtigen Momenten, ohne kitschig zu werden.
Besonders gefesselt hat mich die Dynamik zwischen den beiden: dieses unterschwellige Knistern, das sich langsam ausbreitet, begleitet von frechem Banter und einer Handvoll Momenten, bei denen man automatisch lächelt.
Was mich allerdings etwas ausgebremst hat, waren die Unternehmensstrukturen rund um die Davenport-Firma – ein Faden, der spannend hätte sein können, aber sich für meinen Geschmack zu wenig weiterentwickelt hat. Auch manche emotionalen Themen wurden eher angerissen als ausgearbeitet. Ich hätte mir an ein paar Stellen mehr Tiefe gewünscht, ein kleines Innehalten, bevor es weiter zur nächsten humorvollen Szene geht.
Trotzdem: Die Atmosphäre von Fraser Falls ist so liebevoll gezeichnet, dass man sich völlig freiwillig darin verliert. Der Schreibstil ist spritzig, humorvoll und schafft es, den Zauber von Winter, Gemeinschaft und zarten Gefühlen spürbar werden zu lassen.
Mein Fazit: Ein herzerwärmender, charmant geschriebener Weihnachtsroman für alle, die bei Schnee, Lichterketten und Funkenflug auf der Suche nach einem gemütlichen Leseerlebnis sind. Nicht perfekt – aber wunderbar einnehmend. Und definitiv ein Buch, das man mit einem warmen Getränk und einer kuscheligen Decke genießen will.
