Broken Prince – Anya Omah

„Broken Prince“ ist der krönende Abschluss einer Dilogie, die mich von Anfang an gefesselt hat – intensiv, leidenschaftlich, manchmal zerrissen. Und genau das beschreibt auch mein Lesegefühl: zwischen Begeisterung, Nachdenklichkeit und ein paar Momenten des Stirnrunzelns.

Anya Omah hat eine Gabe, Emotionen so greifbar zu machen, dass man das Buch fast körperlich spürt. Ich war sofort wieder in Sofias und Maximilians Welt, in diesem Wirbel aus Schmerz, Anziehung und Geheimnissen. Der Einstieg ist packend, die Spannung spürbar – fast filmisch. Ich habe die Dynamik zwischen den beiden geliebt, das Hin und Her, dieses unausgesprochene Verlangen, das so viel mehr erzählt als Worte.

Und doch: Je weiter die Geschichte voranschritt, desto öfter geriet ich innerlich ins Stocken. Manche Entscheidungen der Figuren wirkten auf mich zu impulsiv, zu schnell, als hätte man Emotionen mit einem Schalter an- und ausgeschaltet. Gerade in Momenten, in denen ich Mitgefühl oder Trauer erwartet hätte, kam mir das Verhalten etwas zu körperbetont – und das hat mich aus der Tiefe der Geschichte kurz herausgerissen.

Auch die Auflösung rund um Sofias Freundin hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Sie war spannend erzählt, keine Frage, aber in ihrer Ausführung für mich schwer greifbar – fast schon zu weit entfernt von dem Realismus, den der Rest der Geschichte so schön gehalten hatte.

Trotzdem: Ich habe das Buch verschlungen. Ich habe gelitten, gelächelt, den Atem angehalten. Und genau das ist für mich das Zeichen einer guten Geschichte – auch wenn sie nicht perfekt ist. „Broken Prince“ hat mich bewegt, überrascht und manchmal auch irritiert, aber vor allem hat es etwas in mir ausgelöst.

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