Matched for Murder – Marina Maass

Ein Serienmörder-Thriller, in dem die Ermittlerin auf Dating-Apps nach der großen Liebe sucht? Klingt nach einer gewagten Mischung, oder? „Matched for Murder“ von Marina Maass ist genau das – und zwar ein überraschend süchtig machender, nervenzerfetzender Cocktail.

Was mich sofort gepackt hat, war dieser unglaublich flüssige, leichte Schreibstil. Maass jongliert mit den Perspektiven – die toughe, aber verletzliche Detective Everly Kingsley, ihr Partner Benji, ihre Dates und, ja, sogar der Täter kommt zu Wort – und schafft es, die Spannung konstant hochzuhalten. Jedes Kapitel ist ein kleiner Cliffhanger, der dich zwingt, das Buch nicht wegzulegen. Atemlos war gestern, das hier ist Matched for Murder-süchtig.

Die Verflechtung von Everlys beruflicher Jagd nach dem Tattoomörder und ihrem chaotischen Liebesleben ist der zentrale Reiz. Es ist beunruhigend, wie nah die Bedrohung an Everly heranrückt, gerade als sie endlich einen Lichtblick in ihrem Privatleben findet. Man sitzt beim Lesen da und denkt: Bitte, sag mir, dass ihr Date nicht der Killer ist!

Und genau hier liegt die Stärke, aber auch mein einziger kleiner Kritikpunkt. Die ständigen Wechsel der Points of View sind zwar ein genialer Schachzug, um die Spannung zu maximieren und Verwirrung zu stiften, aber ich muss gestehen: Manchmal war es mir fast zu viel des Guten. Ich musste mich ab und zu konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren, wer jetzt gerade spricht, und mich wieder neu in die jeweilige Sichtweise hineinfinden. Das hat den Lesefluss an manchen Stellen kurz ausgebremst, obwohl die Autorin die Fäden letztendlich brillant zusammenhält.

Trotzdem: Wer auf einen psychologisch dichten Ritt steht, der klassische Krimiarbeit, persönliche Dramen und eine beunruhigende Nähe zwischen Jäger und Gejagtem vereint, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten