The Wind Weaver – Julie Johnson
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt – nicht leise, sondern mit einem Donnerschlag. Man stolpert direkt in Rhyas Schicksal hinein, als stünde man selbst mit am Galgen. Ich liebe es, wenn eine Geschichte mich so wortwörtlich am Kragen packt und keine Zeit für langes Eingewöhnen lässt.
Rhya ist keine glatte, makellose Heldin – und genau deshalb habe ich sie so gern begleitet. Sie ist widerspenstig, mutig, manchmal unvernünftig, aber immer mit Herz. An ihrer Seite: Scythe, ein Mann wie ein Rätsel, der einen ständig zwischen “Misstrauen” und “Bitte, lass mehr von dir durchscheinen” hin- und herreißt. Diese Dynamik war für mich der Funke, der die Geschichte immer wieder neu entfacht hat.
Besonders überrascht haben mich aber die Nebenfiguren. Selten habe ich so gelacht, geseufzt und am Ende auch mitgeweint, weil man merkt: Nicht alle dürfen ihren Platz auf der Bühne behalten. Diese Mischung aus Humor und Schmerz hat mich tief getroffen und gezeigt, wie vielschichtig die Welt ist, die Julie Johnson hier erschaffen hat.
Das Worldbuilding? Atmosphärisch, detailreich, mit einer Magie, die an die Elemente gebunden ist und viel Potenzial birgt. Man spürt, dass da noch unendlich viel zu entdecken ist – und genau das macht mich süchtig auf Band 2.
Kritisch muss ich aber auch sagen: Zwischen all den Höhepunkten gab es Passagen, in denen sich das Tempo verlangsamt hat. Es war nie langweilig, aber manchmal hatte ich das Gefühl, die Geschichte nimmt Anlauf, ohne wirklich abzuspringen. Da wünsche ich mir im nächsten Teil mehr Tempo, mehr Überraschungen.
Unterm Strich: Ein packender Auftakt, der mich emotional völlig erwischt hat, auch wenn er noch nicht perfekt war. Die Mischung aus Spannung, Humor, zarten Gefühlen und einer faszinierenden Welt macht süchtig – und ich kann kaum erwarten, wieder in diesen Strudel aus Wind, Magie und Geheimnissen zu geraten.
