Der letzte erste Song – Bianca Iosivoni
Der letzte erste Song ist nicht nur der Abschluss der Firsts-Reihe – es ist ein bittersüßer Abschied von Figuren, die sich mit der Zeit wie echte Freunde angefühlt haben. Und Mason? Der war von Anfang an derjenige, der immer ein bisschen zwischen den Zeilen stand – und genau deswegen wollte ich unbedingt seine Geschichte lesen. Und verstehen.
Mason war für mich der Herzschlag dieses Bandes. Authentisch, widersprüchlich, verletzlich. Er ist nicht der klassische Bad Boy, aber auch kein aalglatter Love Interest. Er ist ein Mensch mit Ecken. Einer, der um Liebe kämpft, auch wenn sie ihn zermürbt. Einer, der Verantwortung übernimmt. Seine Beziehung zur Musik, sein Umgang mit der Trennung von Jenny – all das war glaubwürdig und berührend. Und in vielem: überraschend reif.
Mit Grace hingegen hatte ich meine Schwierigkeiten. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wäre – sondern weil ihr Handlungsbogen mir zu vertraut vorkam. Die wohlbehütete Tochter mit komplizierter Familiengeschichte, die lernen muss, ihren eigenen Weg zu gehen – das hatte ich in der Reihe so oder so ähnlich schon gesehen. Und auch wenn ihre Verletzlichkeit greifbar war, fehlte mir das gewisse Etwas, das sie wirklich herausstechen ließ.
Was Der letzte erste Song dennoch zu einem starken Abschluss macht, sind die leisen Töne dazwischen: das Wiedersehen mit der Clique, die kleinen Rituale, die Running Gags, die all das miteinander verknüpfen. Diese Welt hat sich beim Lesen vertraut angefühlt – und genau deshalb schmerzt es, sie loszulassen.
Fazit:
Ein melancholisch-schöner Abschluss mit einem überzeugenden, tief gezeichneten Mason – und einer Geschichte, die mehr durch Substanz als durch Kitsch punktet. Grace konnte mich nicht ganz abholen, dafür waren andere Elemente umso stärker.
Vier verdiente Sterne für ein Finale, das nachhallt.
