Die letzte erste Nacht – Bianca Iosivoni
Die letzte erste Nacht war für mich der emotional intensivste Band der Firsts-Reihe. Nicht, weil er besonders dramatisch ist, sondern weil hier zwei Menschen aufeinanderprallen, die beide innerlich ziemlich kaputt sind – und trotzdem versuchen, wieder heil zu werden. Nicht durch den anderen, sondern mit ihm.
Tate und Trevor kennt man bereits aus den vorherigen Bänden. Und man kennt auch ihre explosive Art, diese ständigen Wortgefechte, das ewige Provozieren. Was mich überrascht hat, war, wie viel Schmerz unter dieser Oberfläche liegt. Beide tragen eine Vergangenheit mit sich herum, die sie lieber vergraben würden – aber das klappt eben nicht, wenn man sich näherkommt, als man wollte.
Ich mochte, dass Bianca Iosivoni keine einfache, glattgebügelte Liebesgeschichte erzählt. Sondern eine, die Ecken hat. Die wehtut. Die Fragen stellt, auf die es keine bequemen Antworten gibt. Das Thema, das sich in Trevors Vergangenheit verbirgt, hat mich wirklich berührt – auch wenn ich stellenweise das Gefühl hatte, es hätte noch mehr Raum und Tiefe verdient. Manches ging mir zu schnell vorbei, manches wurde angedeutet, aber nicht ganz zu Ende geführt. Auch das Verhalten einiger Nebenfiguren (vor allem Tates Eltern) blieb für mich schwer nachvollziehbar.
Und doch: Die Geschichte hat funktioniert. Weil sie ehrlich ist. Weil sie zeigt, wie schwer es ist, jemandem zu vertrauen, wenn man sich selbst nicht traut. Und weil sie daran erinnert, dass Nähe Mut kostet – aber auch heilsam sein kann, wenn man sie zulässt.
Fazit:
Ein gefühlvoller, kraftvoller Band über zwei Menschen, die mehr verbindet, als sie zugeben wollen – und mehr trennt, als sie sich eingestehen. Nicht perfekt, aber echt. Und das ist manchmal mehr wert.
