Der letzte erste Kuss – Bianco Iosivoni

Der letzte erste Kuss hat mich nicht laut überwältigt – es hat mich leise mitgenommen. Ohne großes Drama, ohne künstliche Aufregung. Sondern mit echtem Gefühl. Mit zwei Menschen, die sich längst gefunden haben, bevor sie sich überhaupt als „mehr“ sehen dürfen.

Elle und Luke – das ist keine typische Lovestory im klassischen Sinn. Es ist die Geschichte einer Freundschaft, die sich über Jahre hinweg aufgebaut hat, die tief verwurzelt ist in Vertrauen, Nähe und dem Wissen, wie der andere atmet, denkt, schweigt. Genau deshalb tut es so weh (und gleichzeitig so gut), mitanzusehen, wie diese Grenze zwischen „nur Freundschaft“ und „vielleicht mehr“ Stück für Stück verschwimmt. Und wie viel Mut es kostet, sie zu überschreiten.

Was Bianca Iosivoni hier schafft, ist etwas, das selten gelingt: eine glaubwürdige, langsame Entwicklung, bei der es nicht um das ob, sondern um das wann geht. Es gibt keine übertriebenen Gesten, kein plötzliches „Alles auf Anfang“. Stattdessen: Blicke, die zu lang dauern. Berührungen, die nachwirken. Sätze, die unausgesprochen lauter sind als alles Gesagte.

Beide Figuren tragen ihre eigenen Themen. Elle mit ihrer Zerreißprobe zwischen Selbstbestimmung und dem Wunsch nach Anerkennung. Luke mit seiner Last, die niemand sieht, weil er immer der Starke ist. Ihre Verletzlichkeit ist nie kitschig – sie ist still, ehrlich, manchmal unbequem. Und gerade deshalb so intensiv.

Fazit:
Dieses Buch ist für alle, die an Freundschaft glauben, an langsames Verlieben, an die zarte Hoffnung, dass Nähe nicht zerstört, sondern heilt. Der letzte erste Kuss ist ein stiller Herzschlag in Buchform – und bleibt lange nach dem Zuklappen spürbar.
Fünf Sterne, weil es sich nicht aufdrängt – sondern genau dann trifft, wenn man es nicht erwartet.

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