Dreams Lie Beneath – Rebecca Ross
Dreams Lie Beneath punktet mit einer originellen Grundidee: Ein verfluchtes Land, in dem Albträume bei Neumond zum Leben erwachen, bietet ein ungewöhnliches und atmosphärisch starkes Setting. Clementine als angehende Hüterin steht im Zentrum dieses düsteren Szenarios – unterstützt von Magie, familiären Geheimnissen und einem Racheplan, der viel Potenzial für Drama und Spannung verspricht.
Doch so vielversprechend der Einstieg klang, so schwer fiel es mir, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Welt wirkte trotz aller Magie stellenweise blass – viele Elemente, gerade rund um den Fluch und die Traumlogik, blieben für meinen Geschmack zu vage. Warum Träume aufgeschrieben werden müssen und wie das genau mit der Magie verknüpft ist, wurde nur oberflächlich erklärt. Die Regeln dieser Welt hätten etwas mehr Struktur vertragen.
Clementines Verhalten, insbesondere in der ersten Konfrontation mit den Herausforderern ihres Vaters, war schwer nachvollziehbar. Ihre Motivation zur Rache ist zwar verständlich, doch manche Entscheidungen wirkten eher konstruiert als charaktergetrieben. Auch die Liebesgeschichte – zwischen Distanz und vorsichtiger Annäherung – konnte mich emotional nicht wirklich erreichen. Der Aufbau war mir zu kühl, das Tempo unausgewogen, und die Chemie blieb oft auf der Strecke.
Positiv hervorheben möchte ich allerdings die Darstellung der Neumondnächte. Die Kreativität, mit der die Albträume umgesetzt wurden, hat mich beeindruckt. Gerade die Kämpfe gegen die lebendig gewordenen Ängste sorgten für echte Spannung und bildeten die stärksten Szenen des Romans. Gegen Ende zieht die Handlung nochmal deutlich an: Intrigen, Enthüllungen und ein gut inszenierter Showdown zeigen, was möglich gewesen wäre, wenn die Geschichte durchgehend dieses Niveau gehalten hätte.
Fazit:
Dreams Lie Beneath ist ein atmosphärisch starkes Buch mit viel Potenzial, das leider nicht ganz ausgeschöpft wird. Die Handlung braucht lange, um an Fahrt aufzunehmen, und die emotionale Tiefe der Figuren bleibt größtenteils auf der Strecke. Wer ungewöhnliche Welten und düstere Magie mag, könnte trotzdem Freude daran haben – aber mit etwas mehr Klarheit und Tiefe hätte aus dieser Idee ein echtes Highlight werden können.
