Catching Feelings – Kira Licht
Catching Feelings hat mich mit seinem außergewöhnlichen Setting sofort neugierig gemacht – Alaska als Kulisse für eine New-Adult-Romanze? Das ist mal was anderes, und es funktioniert erstaunlich gut. Die Natur, die Kälte, die Einsamkeit – das alles bildet eine tolle Atmosphäre, in der sich Lys und Zane vorsichtig annähern.
Lys als Figur ist vielschichtig, wenn auch nicht in allen Bereichen so tief ausgearbeitet, wie ich es mir gewünscht hätte. Gerade im Hinblick auf ihre familiäre Vergangenheit hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht – manches blieb mir hier zu skizzenhaft. Zane hingegen? Ein echtes Highlight. Nicht nur als Love Interest, sondern auch als engagierter Umweltaktivist, der mit seinen Überzeugungen zum Nachdenken anregt – ohne belehrend zu wirken.
Was mir besonders gefallen hat: Das Buch scheut sich nicht, auch die problematischen Seiten des Aktivismus zu beleuchten. Wo verläuft die Grenze zwischen Idealismus und Radikalisierung? Diese Frage schwingt subtil mit und verleiht dem Ganzen eine angenehm ernste Note.
Die Liebesgeschichte selbst entwickelt sich langsam, fast zögerlich – aber genau das macht sie glaubwürdig. Keine überspitzte Dramatik, kein Kitsch, sondern zwei Menschen, die sich vorsichtig öffnen.
Ein paar Längen im Mittelteil hätten gestrafft werden können, doch insgesamt liest sich der Roman flüssig und mit Gefühl. Das Ende? Hat mich emotional noch mal richtig abgeholt.
Fazit:
Ein ruhiger, einfühlsamer Roman, der mehr will als nur Romantik – und das meist auch schafft. Für jüngere Leser*innen besonders passend, aber definitiv auch für alle, die auf der Suche nach einer Liebesgeschichte mit Haltung sind. 4 verdiente Sterne!
