A Fate Inked in Blood – Danielle L. Jensen
In A Fate Inked in Blood entwirft Danielle L. Jensen eine nordisch angehauchte Fantasywelt, die viel verspricht – und nicht alles hält. Die Atmosphäre deutet mythische Tiefe an, doch der erwartete Tauchgang in nordische Götterwelten bleibt leider aus. Stattdessen treibt die Handlung vor allem auf den Wellen einer heißen, aber recht vorhersehbaren Romanze dahin.
Das Worldbuilding kratzt oft nur an der Oberfläche: Moderne Begriffe und unpassende Ausdrücke wirken wie kleine Risse in einem ansonsten stimmungsvollen Gemälde. Besonders schade, da das Setting eigentlich viel Potenzial hätte.
Heldin Freya ist eine Figur, an der sich die Geister scheiden dürften. Ihre impulsive Art soll Wildheit und Rebellion verkörpern, lässt sie aber oft unüberlegt und fremdgesteuert wirken. Dass ausgerechnet sie zur symbolischen Schlüsselfigur eines ganzen Reiches werden soll, fühlt sich manchmal eher behauptet als verdient an. Auch die Chemie mit dem männlichen Gegenpart wirkt zu schnell entfacht, um glaubhaft zu fesseln.
Der große Plottwist? Leider früh zu erahnen – Spannung leidet.
Und doch: Wer Romantasy mit einer kämpferischen Heldin sucht und Lust auf ein bisschen nordisches Flair hat, wird hier auf solide Weise unterhalten. Vielleicht hebt Band zwei die Axt noch etwas entschlossener.
