Daydream – Hannah Grace
Daydream ist der dritte Band der „Maple Hills“-Reihe von Hannah Grace und überzeugt vor allem durch die gut ausgearbeiteten Charaktere und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte. Es geht um Halle und Henry, zwei junge Menschen, die mit ihren eigenen Problemen und Unsicherheiten kämpfen, aber durch ihre gemeinsame Reise und Unterstützung zueinander finden.
Halle ist eine beeindruckende, aber auch sehr selbstaufopfernde Protagonistin. Nach ihrer Trennung von Will merkt sie, wie wenig sie wirklich für sich selbst lebt und wie sehr sie sich für ihre Familie aufgeopfert hat. Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse oft hinten an, um für ihre Schwestern da zu sein und die Mutterrolle zu übernehmen. Dies führt zu inneren Konflikten und der Frage, wie sie ein Leben für sich selbst aufbauen kann, ohne sich ständig selbst zu verlieren. Ihre Entwicklung im Laufe des Buches, bei der sie durch Henry lernt, sich selbst und ihre Träume in den Vordergrund zu stellen, ist berührend und authentisch.
Henry ist der Kapitän einer Eishockeymannschaft, doch auch er hat mit seinen eigenen Unsicherheiten zu kämpfen. Trotz seiner äußeren Fassade als Anführer, leidet er unter sozialer Angst und hat Schwierigkeiten, sich in großen Gruppen und lauten Umgebungen zurechtzufinden. Diese facettenreiche Charakterisierung macht Henry für den Leser greifbar und sympathisch, vor allem, weil er sich trotz seiner eigenen Herausforderungen öffnet und Halle unterstützt.
Die Dynamik zwischen den beiden ist das Herzstück der Geschichte. Zunächst stehen sie sich vorsichtig gegenüber, mit klaren Regeln für ihre Zusammenarbeit und ich finde es persönlich auch sehr kreativ und außergewöhnlich wie die beiden sich überhaupt anfangen zu daten. Doch diese Regeln werden schnell infrage gestellt, als sie sich näher kommen. Die langsame und gefühlvolle Annäherung zwischen Halle und Henry ist schön zu verfolgen und gibt der Geschichte einen romantischen, aber auch realistischen Touch.
Die Geschichte selbst ist stellenweise etwas langatmig und hätte an manchen Stellen etwas kürzer gefasst werden können. Dennoch wird man durch die gut entwickelten Charaktere und die zwischenmenschliche Chemie gut unterhalten. Es wird viel Wert auf die innere Entwicklung der Protagonisten gelegt, was die Geschichte emotional sehr tiefgründig macht.
Insgesamt ist Daydream ein weiteres gelungenes Buch von Hannah Grace, das die Themen Selbstfindung, Familie und zwischenmenschliche Beziehungen auf eine sehr menschliche und einfühlsame Weise behandelt. Halle und Henry sind zwei Charaktere, die sich trotz ihrer Schwierigkeiten aufeinander einlassen und voneinander wachsen. Wer Geschichten mit authentischen Protagonisten, emotionaler Tiefe und einer sanften Romanze mag, wird mit Daydream definitiv auf seine Kosten kommen.
